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Energiebedarfsausweis taugt nicht für den Gebäudebestand

Die Studie "Energiebedarf versus Energieverbrauch oder Theorie versus Realität" von Prof. Ackermann von der Fachhochschule Bielefeld hat Haus & Grund gemeinsam mit der ARGE Heiz- und Wasserkostenverteilung e.V. veranlasst. Sie war Grundlage für den Spiegel-Artikel in der aktuellen Ausgabe 04/2000.

Die Untersuchung hat ergeben, dass die Berechnungsgrundlagen für den Bedarfsausweis nur unzureichend die realen Verhältnisse reflektieren. Dabei stimmen weder die Annahmen zum Außen- und Innenklima, noch die zur Qualität der Gebäudehülle und zum Verbraucherverhalten. Zwischen Theorie und Realität (sprich: Berechnung und Messung) wurden Abweichungen von bis zu 173 Prozent festgestellt. So werden einige der untersuchten Gebäunde nach der Bedarfsberechnung um vier bis fünf Effizienzklassen schlechter eingestuft als nach dem gemessenen Verbrauch. Das bedeut auch, dass in Wirklichkeit die Heizkosten oftmals viel geringer sind als berechnet. Werden auf Basis der Energiebedarfswerte Investitionsentscheidungen gefällt, kann dies fatale Folgen für den Eigentümer haben: Seine Investition macht das Wohnen unnötig teuer und nützt dem Klima weniger als gedacht.

Das Fazit der Studie: Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebestand sollten besser auf Basis der Verbrauchswerte geplant werden.

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